Kostenträgerrechnung auf Basis von Vollkosten

Einführung in die Kostenträgerrechnung
 
4.1.1 Wesen und Begriffe der Kostenträgerstückrechnung
Die Kostenträgerrechnung ist die dritte Stufe der Kostenrechnung: Sie übernimmt die Einzelkosten direkt aus der Kostenartenabrechnung und die Gemeinkosten aus der Kostenstellenrechnung. Beide ordnet sie dem jeweils verursachenden Kostenträger zu. Ihre zentrale Frage ist damit: Wofür sind die (vorher erfassten) Kosten angefallen?”
Unter einem Kostenträger ist allgemein jene Leistung (als Output des Produktionsprozesses) zu verstehen, die Kosten verursacht hat und sie daher auch tragen muss. Dies kann eine Produkteinheit sein, ein gesamter Auftrag oder eine ganze Produktreihe. Analog zur Untergliederung der Kostenstelle lässt sich – in der Mehrprodukt – auch hier eine ganze Kostenträgerhierachie erkennen, beispielsweise ein bestimmter Artikel (z.B. VW Golf 3), als feinere Untergliederung mehrere Sorten (Zwei-oder Viersitzer, Benzin- oder Dieselmotoren usw.) und je Sorte evtl. unterschiedliche Varianten (z.B. Sondermodell “Jazz”)
Nach dem Abnehmer der Leistung lassen sich Kostenträger wie folgt differenzieren

  • Absatzleistungen i.e.S, also Kundenaufträge
  • Lagerleistungen, d.h Mehrbestände an unfertigen und Fertigerzeugnissen
  • nicht aktivierbare innerbetrieb, die bereits im Rahmen der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung erfasse wurden.

Nur in den ersten beiden Fällen handelt es sich um Außenaufträge und damit um End-bzw. Zwischenkostenträger. Die nachfolgenden Ausführungen legen i.d.R. solche Kundenaufträge und damit End-Kostenträger (Hauptkostenträger) zugrunde.
4.1.2 Aufgaben der Kostenträgerrechnung
In der Kostenträgerrechnung sollen den jeweiligen Kostenträgern die durch sie verursachte Kosten zugerechnet werden. Im Detail ergeben sich dabei unterschiedliche Aufgaben und entsprechende Teilgebiete.
Die wichtigste Aufgabe der Kostenträgerrechnung ist die Preiskalkulation, also die Ermittlung:

  • der Selbstkosten
  • von Marktbezogenen Angebotspreisen sowie
  • von Preisuntergrenzen

Daneben verfolgt die Kostenträgerrechnung weitere Zwecke:

  • Ermittlung interner Verrechnungspreise zwischen einzelnen Betriebsstätten oder Abteilungen.
  • Bewertung der Bestände an unfertigen und Fertigerzeugnissen sowie von selbsterstellten Anlagen (zu Herstellkosten).
  • Durchführung der Kurzfristigen Erfolgsrechnung (KER).
  • Durchführung von Effizienzvergleichen (z.B. für die Entscheidung “Eigenfertigung oder Fremdbezug”).
  • Daten liefern für weitere Vergleiche und Abweichungsanalysen, insbesondere Soll-Ist-Vergleiche.

Für die einzelnen Aufgaben haben sich verschiedene Teilgebiete herauskristallisiert.

Kostenträgerrechnung auf Basis von Vollkosten

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